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Richtig angelegt

Grußwort von Bundesminister Andreas Scheuer

Die Schilder entlang der Ausbaustrecke sind bereits angebracht. Ihre mächtigen Betonfundamente müssen noch von einzelnen Schalungen befreit werden, dann steht der Eröffnung des letzten Streckenabschnitts an diesem Freitag nichts mehr im Weg. Foto: Bastian Brummer
Die Schilder entlang der Ausbaustrecke sind bereits angebracht. Ihre mächtigen Betonfundamente müssen noch von einzelnen Schalungen befreit werden, dann steht der Eröffnung des letzten Streckenabschnitts an diesem Freitag nichts mehr im Weg. Foto: Bastian Brummer
Ich freue mich sehr, dass die Bundesstraße 300 zwischen Dasing und Aichach nun zweibahnig ausgebaut ist.

Rund 28 Millionen Euro hat die öffentliche Hand für dieses Projekt investiert, das nun endlich in vollem Umfang für Sie wirksam wird – und das mit Sicherheit gut angelegt ist.

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Mit dem Ausbau der B 300 haben wir an der richtigen Stelle das Richtige getan. Neben den Vorteilen für den überregionalen Verkehr profitiert vor allem die Region von der Aufwertung der B 300 – sei es durch besseren Lärmschutz, eine schnellere Anbindung von Aichach an die Bundesautobahn 8 und an Augsburg, vor allem aber durch eine gesteigerte Verkehrssicherheit.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um allen Unterstützern zu danken: Denjenigen, die ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt haben, oder auch denjenigen, die vor Ort von Umleitungen, Baulärm- oder Baustellenverkehr durch die knapp vierjährige Bauzeit betroffen waren. Auch jenen, die in einen der vielen Prozesse vor und während des Baus involviert waren – Sie alle haben Ihren wertvollen Beitrag dazu geleistet, dass diese wichtige Maßnahme termingerecht fertiggestellt werden konnte.

Hierfür bedanke ich mich ganz herzlich! Ich wünsche Ihnen allzeit eine stau- und unfallfreie Fahrt.

Andreas Scheuer
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur


1000 Briefe an den Verkehrsminister

Wie eine Aktion der AICHACHER ZEITUNG den Ausbau der B 300 beschleunigte

Schreibt, dass der Ausbau endlich kommen muss! Das forderten Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei, als am 7. Mai 2010 zwei Aichacher bei einem Unfall am Gallenbacher Berg ums Leben kamen. Wieder einmal.

Zu diesem Zeitpunkt war nicht nur bei Einsatzkräften, sondern auch bei vielen Bürgern in der Region die Geduld zu Ende. Immer wieder musste die Lokalpresse von schweren Unfällen auf dem Abschnitt zwischen Aichach-West (Obi) und Dasing berichten – zwischen 2000 und 2010 kamen dort 16 Menschen ums Leben –, immer wieder ging es in der Zeitung aber auch um den geplanten, versprochenen und dann wieder verschobenen Ausbau. Dass im Mai 2010 besonders emotional reagiert wurde, hatte einen Grund: Eigentlich hätten zu diesem Zeitpunkt die Bagger schon rollen sollen. Über Jahre hatten die Politiker in der Region gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten, allen voran Eduard Oswald (CSU), für den Ausbau gekämpft. Endlich war das komplizierte Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, die Finanzierungszusage vom Bund da – als im August 2009, wenige Wochen vor dem geplanten Baubeginn, die ernüchternde Nachricht kam: Die Finanzkrise hatte Europa im Griff, für das 20- bis 25-Millionen-Euro-Projekt war nun kein Geld mehr da.

Schreibt, dass der Ausbau endlich kommen muss

Ausgerechnet am Tag des Unfalls, am 7. Mai, berichtete die AICHACHER ZEITUNG, dass der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer einen erneuten Brief des Aichacher Bürgermeisters Klaus Habermann beantwortet hatte – und ihn wegen des Ausbaus vertröstete.

Am Dienstag, 11. Mai, veröffentlichte die AZ dann einen Aufruf, in dem sie die Leser aufforderte, einen abgedruckten Musterbrief an den Verkehrsminister zu schreiben, in dem der sofortige Ausbau gefordert wird. Die Schreiben sollten an die Redaktion gehen, die die Briefe gesammelt in Berlin dem Minister übergeben wollte.

Dann ging alles schnell: Bereits am Mittwoch stand der Termin für die Übergabe fest. Eduard Oswald hatte ihn bei seinem Kollegen und Freund Ramsauer vermittelt.

Am Samstag waren bereits über 600 Briefe in der Redaktion eingegangen, am Montag, einen Tag vor dem Treffen mit Ramsauer, waren Heinz Neumaier und Michael Sieber von der Aichacher Feuerwehr in der Redaktion und übergaben 135 Unterschriften ihrer Kollegen. Rund 1000 Briefe übergab in zwei dicken Ordnern am Dienstag, 18. Mai, AZ-Redaktionsleiter Dr. Berndt Herrmann im Beisein der Bundestagsabgeordneten Eduard Oswald, Ulrich Lange (CSU) und Dr. Erwin Lotter an Verkehrsminister Peter Ramsauer. Alle drei versicherten damals, das Thema in Berlin weiterzuverfolgen.

Oswald legte mit einer eigenen Aufkleber-Aktion nach.

Das alles zeigte Wirkung: Am 29. Juli, also gut zwei Monate nach der Unterschriftenübergabe, titelte die AZ: „Das Geld ist da. B-300-Ausbau startet.“ Am Tag zuvor hatte Ramsauer einen Brief an Oswald unterzeichnet, in dem die kurzfristige Bereitstellung des Geldes zugesagt wurde.

Los ging es mit dem Umbau der Auffahrt Aichach-West, bei der man damals auch noch nach links Richtung Ingolstadt auf die Bundesstraße einbiegen konnte – angesichts von schon damals täglich rund 22 000 Fahrzeugen in diesem Abschnitt ist das heute kaum mehr vorstellbar.

Die Stadt Aichach sprang damals übrigens ein und sicherte eine Zwischenfinanzierung von einer Million Euro zu, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Die ersten Vorarbeiten begannen dann im Herbst 2010.

Mehrfach wurde in Berlin betont, dass der Umbau der Anschlussstelle Aichach-West nicht gleichbedeutend mit dem Einstieg in den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße sei – was er de facto aber war. (beh)


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Veröffentlicht am 06.11.2018 19:27 Uhr




 

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