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Vom Klima abhängig

Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu finden wird schwieriger

Landwirte und Bauern sind in der Erntezeit auf trockenes Wetter angewiesen. Fotos: pixabay.de
Landwirte und Bauern sind in der Erntezeit auf trockenes Wetter angewiesen. 
Fotos: pixabay.de
Die Ernte umfasst alle landwirtschaftlichen Arbeiten, um einen möglichst hohen Ertrag der gepflanzten Saat zu gewinnen. Das Ziel ist es dabei, die Produkte zum richtigen Zeitpunkt erfolgreich zu ernten und die Erzeugnisse ohne große Verluste abzutransportieren. Dies liegt leider nicht komplett in der Hand der Bauern, sondern für eine erfolgreiche Ernte müssen auch die Wetterverhältnisse mitspielen. Dazu kommt, dass die Abwicklung der Ernte schnell vonstattengehen sollte und dafür benötigt man selbstverständlich die richtigen Geräte und technischen Voraussetzungen.

Infolge von klimatischen Ereignissen wie starker Dürre, Unwettern, Krankheitsbefall oder Naturkatastrophen kann es zu erheblichen Ernteschäden kommen, die mitunter massive Auswirkungen für Landwirte haben können. Daher sind diese auch auf eine angemessene Mischung aus Trocken- und Regenzeit angewiesen.

Gängige Erntezeiten sind von Juni bis August für Getreide und Oktober bis November für Mais. Um den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Ernte zu erkennen, müssen Landwirte die Getreidekörner regelmäßig kontrollieren. Sobald das Korn hart ist und ein bestimmter Wassergehalt erreicht wurde, kann die Ernte starten.

Je nach Länge und Intensität des Niederschlags kurz vor einer Ernteeinheit muss gewartet werden bis das Korn nicht mehr nass ist oder aber der Ertragmuss umgehend in einer Sammelstelle getrocknet werden.


Wie man Blühpate werden kann

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Nach dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger:Wie kann ich selbst etwas für Bienen, Insekten und die Artenvielfalt tun? Eine Antwort darauf geben viele Landwirte in Bayern.

In vielen Regionen Bayerns bieten Bäuerinnen und Bauern Blühpatenschaften an. Gegen einen entsprechenden Kostenausgleich stellen Landwirte einen Acker zur Verfügung, auf dem dann statt Weizen, Kartoffeln oder Zuckerrüben mit speziellem Saatgut eine Blühfläche angelegt wird.

Mit diesen Blühpatenschaften (sie werden auch im Wittelsbacher und Dachauer Land offeriert) geben Landwirte den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit, sich für die Artenvielfalt einzusetzen. Interessierte können sich mit einem bestimmten Betrag je Hektar engagieren. Der Landwirt verpflichtet sich im Gegenzug dazu, auf der vereinbarten Fläche eine Blühmischung auszubringen und diese Fläche nicht anderweitig zu nutzen.

Für sein Engagement in Sachen Artenvielfalt erhält der Blühpate eine Urkunde. Wer Interesse hat, selbst Blühpate zu werden, findet eine Karte mit vielen Projekten und Ansprechpartnern im Internet unter der Adresse: BayerischerBauernVerband.de/Bluhpatenschaft.

Übrigens: Der Bayerische Bauernverband unterstützt landwirtschaftliche Betriebe, die Blühpatenschaften anbieten, bei rechtlichen, organisatorischen und steuerlichen Fragen.


Bei Licht wird Chicorée grün

Das würzige Wintergemüse wird bei völliger Dunkelheit zum Keinmen gebracht

Chiccorée ist mit Radiccio verwandt. Er wirkt verdauungsfördernd. Foto: BLE
Chiccorée ist mit Radiccio verwandt. Er wirkt verdauungsfördernd. Foto: BLE
Wer auch im Winterhalbjahr frischen, herzhaft-würzigen Salat aus heimischem Anbau genießen möchte, für den ist Chicorée eine gute Wahl. Er ist reich an Kalium und enthält den präbiotischen Ballaststoff Inulin, der eine positive Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel hat. Dank des Bitterstoffs Lactucopikrin regt er zudem die Verdauung an.

Chicorée wird hauptsächlich in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Deutschland angebaut. Die deutsche Ernte betrug im Jahr 2017 nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft deutscher Chicorée-Produzenten rund 14 500 Tonnen. Hauptsächlich wird er von November bis April angeboten.

Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) produzierten die Anbauer in Deutschland im Jahr 2017 auf 600 Hektar Chicorée-Wurzeln. Aus diesen wachsen anschließend in speziellen Treibräumen in völliger Dunkelheit die im Handel erhältlichen Chicorée-Sprossen. Chicorée wächst in dunklen Räumen, um zu verhindern, dass die Blätter grün werden und übermäßig viele Bitterstoffe bilden. Denn er enthält, wie auch seine nahen Verwandten Radicchio und Zuckerhut, von Natur aus Bitterstoffe.

Beim Einkauf sollte man auf fest geschlossene, weiße, knackige Sprossen mit hellgelben bis gelben Blattspitzen achten. Braune Blattränder, rotbraune Flecken oder Verfärbungen deuten auf Produktionsfehler, Beschädigungen oder überlagerte Ware hin. Vor Verdunstung geschützt lässt sich Chicorée etwa eine Woche im Kühlschrank frisch halten.

Chicorée ist ein kalorienarmes, für Diabetiker gut geeignetes Gemüse. Chicorée ist als knackiger Salat ideal und wird gerne kombiniert mit Äpfeln, Orangen, Mandarinen, Avocado und Nüssen, verfeinert mit einer Vinaigrette oder einem Joghurt-Dressing.

Chicoréeblätter eignen sich gut zum Dippen von süßsauren Saucen oder als Schiffchen, die mit süßen Apfelstücken und einer Walnuss-Honig-Ricotta-Füllung versehen werden. Chicorée kann auch längs halbiert und auf der Schnittfläche kurz in Butter oder Öl mit etwas Salz angebraten werden. Fünf Minuten in Salzwasser gegart, kann Chicorée mit gekochtem Schinken umwickelt in Sahnesauce und mit Käse bedeckt in einer Auflaufform überbacken werden.


Der Bauer und der Brexit

Schweine- und Geflügelzüchter besonders betroffen

Der Brexit und die deutsche Landwirtschaft – darüber sprach das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) mit Dr. Florian Freund vom Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig. Er erforscht zusammen mit Dr. Martin Banse mögliche Brexit-Szenarien und ihre Konsequenzen für die Landwirtschaft.

„Unsere Berechnungen zeigen, dass in beiden Fällen der Agrarhandelsüberschuss Deutschlands mit dem Vereinigten Königreich deutlich abnehmen würde. Bei einem weichen Brexit würde sich der Agrarhandelsüberschuss um etwa ein Fünftel verringern. Bei einem harten Brexit käme es sogar zu einer Halbierung“, so Freund. Besonders betroffen ist nach Meinung der Forscher der Schweine- und Geflügelfleisch-Sektor. Die Briten beziehen das Fleisch aktuell überwiegend aus Dänemark und Deutschland. Die Nachfrage könnte sich verringern, da sich durch den Brexit die Importe verteuern. „Einige Branchen bemühen sich schon seit längerem um neue Abnehmer und versuchen den Handel mit bestehenden Partnern zu intensivieren, um mögliche Einbußen aus dem Geschäft mit dem Vereinigten Königreich zu kompensieren“, erklärt Freund.

Welche weiteren Auswirkungen der Brexit auf die deutsche und britische Landwirtschaft haben kann, ist online auf praxis-agrar.de nachzulesen.



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 06.11.2018 19:27 Uhr




 

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