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Das Mammutprojekt

Über 25 Hektar Land nahm der Ausbau der B 300 in Anspruch 610 000 Kubikmeter Boden mussten bewegt werden

Bis ins Jahr 2011 konnten Autofahrer an der Ausfahrt Aichach-West (Tränkmühle) nach links von der Bundesstraße abbiegen oder auf sie auffahren – ein Risikofaktor, der mit der Freigabe der Auffahrt im Dezember 2011 beseitigt wurde.
Bis ins Jahr 2011 konnten Autofahrer an der Ausfahrt Aichach-West (Tränkmühle) nach links von der Bundesstraße abbiegen oder auf sie auffahren – ein Risikofaktor, der mit der Freigabe der Auffahrt im Dezember 2011 beseitigt wurde.
Täglich sind inzwischen weit über 20 000 Fahrzeuge auf der B 300 zwischen Aichach und Dasing unterwegs. Ende der 90er Jahre begann sich die Zahl der Unfälle zu häufen. Ein Ausbau war unausweichlich.

Wer von der Anschlussstelle Gallenbach aus in Richtung Aichach blickt, kann es noch sehen: Die neue, vierspurige Trasse der B 300 wurde in den gefährlichen Gallenbacher Berg hineingegraben.
Wer von der Anschlussstelle Gallenbach aus in Richtung Aichach blickt, kann es noch sehen: Die neue, vierspurige Trasse der B 300 wurde in den gefährlichen Gallenbacher Berg hineingegraben.
Feierlich eröffnet wird der letzte Streckenabschnitt an diesem Freitag, 21. September, um 15 Uhr am Gallenbacher Berg. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Ilse Aigner (beide CSU), werden ebenso wie Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann (SPD) und Dasings Bürgermeister Erich Nagl (FWD) eine Ansprache halten. Auch Landrat Klaus Metzger (CSU) kommt. Doch hinter der B 300 und dem Gallen- bacher Berg liegt eine eindrucksvolle Geschichte.

Der Ausbau wurde stark diskutiert, nicht nur aufgrund der Kosten. Insgesamt verschlang das Mammutprojekt laut Angaben des Staatlichen Bauamts in Augsburg 27,7 Millionen Euro. Den Großteil der Kosten trägt der Bund, am Ausbau der Kreuzungen wurde die Stadt Aichach beteiligt. Doch allein der Grunderwerb machte 3,1 Millionen Euro aus. Auch Naturschützer kritisierten das Projekt, forderten eine kleinere Lösung.

Schließlich ist der Eingriff in die Natur offenkundig. 610 000 Kubikmeter Erdreich wurden seit Beginn der Arbeiten im Jahr 2014 bewegt, 14 Hektar Fläche versiegelt und rund 170 000 Quadratmeter asphaltiert. Auf einer Länge von fünf Kilometern zieht sich nun eine insgesamt elf Meter breite Bundesstraße von Aichach nach Dasing.


In Dasing trifft die B 300 auf die A 8. Der dortige Kreisverkehr – der Krake – wurde bereits im Jahr 2004 fertiggestellt. Ein paar Meter weiter nördlich beginnt die Ausbaustrecke. Fotos: Bastian Brummer
In Dasing trifft die B 300 auf die A 8. Der dortige Kreisverkehr – der Krake – wurde bereits im Jahr 2004 fertiggestellt. Ein paar Meter weiter nördlich beginnt die Ausbaustrecke. Fotos: Bastian Brummer
Teilweise liegt sie über acht Meter unterhalb des ursprünglichen Niveaus, und der Verkehr nutzt sechs neue Brückenbauwerke (5,4 Millionen Euro). Kompensiert wird das durch 33 Hektar Ausgleichsflächen und Grünstreifen an den Rändern der Bundesstraße. Doch nicht nur dort grünt es bereits kurze Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten.

Insgesamt 20,1 Kilometer lange Rohrleitungen speisen die drei Regenrückhaltebecken, in denen sich Libellen, Frösche und teilweise kleine Fischchen tummeln. Jedem Becken ist ein Absetzbecken zum Abscheiden schädlicher Schwebstoffe vorgeschaltet. Diese Maßnahmen scheinen Wirkung zu zeigen. (bb)

Der Ausbau schritt schnell voran: Wo im Oktober vergangenen Jahres nur zwei Spuren und Berge aus Sand lagen (links), verläuft inzwischen eine vierspurige Schnellstraße.
Der Ausbau schritt schnell voran: Wo im Oktober vergangenen Jahres nur zwei Spuren und Berge aus Sand lagen (links), verläuft inzwischen eine vierspurige Schnellstraße.
Schwindelerregend? Es kreiselt ganz schön am Gallenbacher Berg. Doch der Verkehr fließt. Der Aichacher Ortsteil Gallenbach ist seit 2017 wieder an die Bundesstraße angeschlossen. Über die Anschlussstelle Gallenbach kann man auch das interkommunale Gewerbegebiet Acht 300 bequem erreichen.
Schwindelerregend? Es kreiselt ganz schön am Gallenbacher Berg. Doch der Verkehr fließt. Der Aichacher Ortsteil Gallenbach ist seit 2017 wieder an die Bundesstraße angeschlossen. Über die Anschlussstelle Gallenbach kann man auch das interkommunale Gewerbegebiet Acht 300 bequem erreichen.
Jenseits der Bundesstraße kann auch gefahren werden. Insgesamt sechs Brückenbauwerke sind Teil der Ausbaustrecke. Von Gallenbach aus kann man bequem unter der B 300 „hindurchschlüpfen“, um nach Ecknach zu kommen. Das Mammutprojekt verschlang große Flächen, doch von den 25,7 Hektar wurde mit 14 Hektar nur etwas mehr als die Hälfte der Fläche versiegelt.
Jenseits der Bundesstraße kann auch gefahren werden. Insgesamt sechs Brückenbauwerke sind Teil der Ausbaustrecke. Von Gallenbach aus kann man bequem unter der B 300 „hindurchschlüpfen“, um nach Ecknach zu kommen. Das Mammutprojekt verschlang große Flächen, doch von den 25,7 Hektar wurde mit 14 Hektar nur etwas mehr als die Hälfte der Fläche versiegelt.
Drei gewaltige Regenrückhaltebecken fassen insgesamt 3000 Kubikmeter Wasser. Am Rand der Bundesstraße blüht und summt es.
Drei gewaltige Regenrückhaltebecken fassen insgesamt 3000 Kubikmeter Wasser. Am Rand der Bundesstraße blüht und summt es.
Die Einwohner von Unter- und Oberneul (Bild) lebten jahrelang de facto direkt an der Bundesstraße. Der Verkehr führte an den Häusern vorbei. Kein Wall oder eine größere Entfernung trennte sie von der Straße, auf der jeden Tag weit über 20 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Inzwischen befindet sich die Bundesstraße zumindest in einer Senke. Nur wenige Meter außerhalb der Weiler liegt die Anschlussstelle Gallenbach.
Die Einwohner von Unter- und Oberneul (Bild) lebten jahrelang de facto direkt an der Bundesstraße. Der Verkehr führte an den Häusern vorbei. Kein Wall oder eine größere Entfernung trennte sie von der Straße, auf der jeden Tag weit über 20 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Inzwischen befindet sich die Bundesstraße zumindest in einer Senke. Nur wenige Meter außerhalb der Weiler liegt die Anschlussstelle Gallenbach.
Die Anschlussstelle Aichach West gilt nicht nur als geografischer Startpunkt der Ausbaustrecke. Tatsächlich kann man die Geschichte der vierspurigen B 300 genau hier beginnen lassen. Nachdem das Bauwerk freigegeben war, folgte der Aus- bau des weiteren Streckenverlaufs auf dem Fuß. Drei Jahre lagen zwischen der Eröffnung der Anschlussstelle – aufgrund ihrer Form „Seestern“ genannt – und dem symbolischen Spatenstich zum Komplettausbau am Gallenbacher Berg. Der Umbau eines der unfallträchtigsten Punkte im Aichacher Stadtgebiet kostete 4,5 Millionen Euro.
Die Anschlussstelle Aichach West gilt nicht nur als geografischer Startpunkt der Ausbaustrecke. Tatsächlich kann man die Geschichte der vierspurigen B 300 genau hier beginnen lassen. Nachdem das Bauwerk freigegeben war, folgte der Aus- bau des weiteren Streckenverlaufs auf dem Fuß. Drei Jahre lagen zwischen der Eröffnung der Anschlussstelle – aufgrund ihrer Form „Seestern“ genannt – und dem symbolischen Spatenstich zum Komplettausbau am Gallenbacher Berg. Der Umbau eines der unfallträchtigsten Punkte im Aichacher Stadtgebiet kostete 4,5 Millionen Euro.


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Veröffentlicht am 06.11.2018 19:27 Uhr




 

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